Temperaturdifferenzen zwischen Innenraum und Außenluft erzeugen ein Dampfdruckgefälle zur kälteren (Außen-) Seite. Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum kann u.a. durch Wasserdampfdiffusion, in Abhängigkeit des Temperatur- und Dampfdruckgefälles, in die Dachkonstruktion gelangen. Um eine Durchfeuchtung der Konstruktion zu verhindern, werden in der Regel zweischalig, be- und entlüftete Konstruktionen ausgeführt. Die anfallende Wasserdampfmenge muss von der Belüftung aufgenommen und abtransportiert werden.
Be- und Entlüftung Grundsätzlich gilt: Belüftungsöffnungen sind am tiefsten und Entlüftungsöffnungen am höchsten Punkt der Dach- oder Wandkonstruktion vorzusehen. Der Luftstrom im Hinterlüftungsraum ist u.a. abhängig von:
Temperaturdifferenz zwischen Hinterlüftungsraum und Außenluft
Höhendifferenz der Be- und Entlüftungsöffnungen
Querschnitt des Hinterlüftungsraumes
Widerstände im Zwischenraum
Dachneigung
Windverhältnisse
Satteldächer mit Dachneigungen <10° können von Traufe zu Traufe belüftet werden, Belüftungsraumhöhe 100 mm.
Einzelnachweise: Entlüftungsquerschnitte sind Regelwerte, Abweichungen sind unter bauphysikalischen Gesichtspunkten nach Einzelnachweisen möglich! Die Funktionstüchtigkeit der Entlüftung ist auch mit verminderten Werten nicht automatisch eingeschränkt.
Be- und Entlüftung bei Kuppeln und Paraboloiden
Kuppeln und Paraboloide werden als unterschiedlich geneigte, durchlüftete Konstruktionen ausgeführt, bei denen die Bauwerksteile und Unterkonstruktionen im allgemeinen parallel verlaufen. Für die Bemessung der Luftschichthöhe gelten folgende Faustregeln:
1 Meter Sparrenlänge = 1 cm durchströmter Luftraum
Der durchströmte Luftraum senkrecht zur Dachneigung gemessen, sollte mindestens 6 cm betragen.
Be- und Entlüftung - Sonderfälle
Bei Dach- und Wandkonstruktionen für klimatisierte Räume und Schwimmbäder ist mit erhöhter Luftfeuchtigkeit zu rechnen. Die Be- und Entlüftungsöffnungen sind gemäß DIN 4108 Teil 3 vom Planer rechnerisch zu bestimmen und hinsichtlich Größe, Anordnung und Ausführung anzugeben. Bei diesen Gebäudetypen empfehlen wir die Verwendung von ZINC PLUS
Unbelüftete Konstruktionen
Einschalig unbelüftete Konstruktionen sind mit VMZINC realisierbar. Die Ausführung, ob belüftet oder unbelüftet ist keine Glaubensfrage. Beide Varianten haben unter Berücksichtigung der Anforderungen an Planung und Ausführung ihre Berechtigung.
Da die Möglichkeit einer Feuchtigkeitsabfuhr nach außen nicht gegeben ist, muss ein
Feuchtigkeitseintrag in die Konstruktion durch:
Diffusion
Konvektion
Baufeuchte
unbedingt vermieden werden. Unvermeidbare Feuchtigkeit muss ohne Schadenfolge abgeführt werden oder austrocknen können. Die einzubauenden Baustoffe müssen trocken sein und dürfen durch die Witterung nicht durchnässt werden. Es dürfen nur genormte oder bauaufsichtlich zugelassene Wärmedämmstoffe eingesetzt werden. Sie müssen ausreichend temperaturbeständig, formbeständig und unverrottbar sein. Die bauphysikalische Funktionsfähigkeit hängt im Wesentlichen von dem fachgerechten Einbau der Dampfsperre sd-Wert = od. > 100 m (DIN 4108) ab. Wird dieser Wert unterschritten, ist ein rechnerischer Nachweis nach DIN 4108 erforderlich.
Für die Ausführung von einschalig unbelüfteten Dächern mit VMZINC empfehlen wir den Einsatz von rückseitig korrosionsgeschütztem VMZINC PLUS.